(oder: "erfolgreiche Bierathleten")

Die alte „Dame“ gibt es nicht mehr, am 21. Juni 2014 wurde der Bauwagen abgerissen. Doch zuvor wurde am Wagen nochmals kräftig gefeiert und so konnten wir uns gebührend von unserem Jugend-Domizil verabschieden. Mit einem Ostersonntags-Frühschoppen im Morgengrauen begann die Abschieds-Tournee. Am Mittwoch vor Fronleichnam feierten wir mit unseren Freunden eine ausgelassene Abschiedsparty. Und am Samstag rückte der Bagger der Firma Lindt an, um mit dem 1998 aufgestellten Bauwagen kurzen Prozess zu machen.

Es war bereits der zweite Wagen, der Erste von 1993 wurde nach fünf Jahren Opfer eines Feuerteufels. An unserem Entstehungsort sollte dennoch etwas an unseren Bauwagen erinnern und so entschieden wir uns, einen Gedenkstein an dieser Stelle zu errichten. Der Stein ist bereits da, eine Gedenktafel wird noch angebracht.

Recht herzlich möchten wir uns bei Rainer Lindt und seiner Truppe bedanken. Der Platz ist nun in einem ansehnlichen und ordentlichen Zustand. Dies hätten wir so, in dieser kurzen Zeit und in diesem Ausmaß nicht alleine hinbekommen. Vielen Dank. Trotz alledem wird Berstadt weiterhin von der mittlerweile über 30-köpfigen Truppe noch einiges hören und sehen, denn wir haben uns vorgenommen diese „starke“ Gemeinschaft nicht aufzulösen. Neben sehr vielen schönen Erinnerungen, die natürlich zu einem solchen Abschied zutage kommen, gab es auch immer wieder neue Ideen und Ansätze.

 

Der 1. Berstädter Bierathlon fand im Jahre 2006 anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Turnvereines statt. Die Schläfer sorgten im Rahmen ihres 40zigsten Geburtstages 2014 für eine Neuauflage. In drei Disziplinen starteten die Teilnehmer: Einsteiger, Profis und Damen. Die Damen und die Einsteiger hatten eine Strecke von 5 km zu bewältigen und hierbei eine 11er Kiste zu leeren. Bei den Profis betrug die Strecke 7,5 km und eine ganze Kiste Bier. Der Bauwagen startete mit zwei Teams, in den Disziplinen Einsteiger und Profis. Sebastian Lang mit einem Friedberger Kollegen erreichten den dritten Rang bei den Einsteigern. Die Entscheidung in der Profiklasse musste der "Besenwagen" bringen, denn keiner der drei gestarteten Teams schaffte die 7,5 km. Nach 90 Minuten war Schluss. Die Wegstrecke wurde nicht geschafft, aber der Proviant war fast aufgebraucht. Mario Ewald und Christian Petersohn holten in der Königsdisziplin den Titel für den Bauwagen. Saubere Leistung Jungs. Einen Titel für ausdauernde Festbesucher gab es nicht, aber unseren Aggi hätte keiner geschlagen: Bierathlon, Fest, Nachtwache, Frühschoppen. Respekt, mein Lieber.

 

Auch 2014 stand wieder eine Hochzeit an, Miri und Tobi heirateten im September und ließen es ordentlich krachen.

Im Juni ging es mit einem Bus zum Lerchenberg nach Mainz. Wir besuchten Kiwi und den Fernsehgarten. Die Damen beobachten alles ganz genau und standen meist in der ersten Reihe, den Männern gefiel die Getränketheke sichtlich gut und sie bewegten sich davon keinen Meter weg.

Der Kirmessamstag war ein absolutes Highlight in diesem Jahr, die Osgarlich aus Rödelmaier spielten erstmals in Berstadt. Die vier Tanz- und Stimmungsmusiker stehen für ehrliche Musik, denn ihr Motto ist: 100% Akustik, 100% live. Man konnte es schon erahnen, als man gegen halb 9 in die vollbesetzte Halle blickte, dieser Samstag wird legendär. Die Kapelle reiste mit einem vierzig köpfigen Fanbus aus ihrer fränkischen Heimat an. Die vier Vollblut-Musiker hatten das Publikum schnell im Griff und die Stimmung war grandios. In Berstadt ist man ja stimmungsvolle Abende gewohnt, aber dieser Abend wird im Gedächtnis bleiben. Die Tanzfläche war schnell gefüllt und bei der Fischerin hielt es keinen mehr auf dem Stuhl. Der Samstag entwickelte sich auch zu einem hessisch-fränkischen Freundschaftsabend, Gegenbesuche wurden bereits vereinbart. Um es mit den Worten eines Verkäufers und Jungbauern abzuschließen: „Der Samstag war einfach saugeil“.

 

Die Lange Nacht erlebte ein Jubiläum und eine Premiere. Die 15. Auflage konnte natürlich nicht am Bauwagen stattfinden, den gibt es bekanntlich ja nicht mehr. Also suchten wir eine Ausweichmöglichkeit und so wurde erstmals an der KSV-Hütte am Sportplatz eine Lange Nacht veranstaltet. Vom Konzept rückten wir allerdings nicht ab: Heißer Ebbelwoi/ Glühwein, kaltes Bier und Schmalzebrote, dazu ein Lagerfeuer und Weihnachtsklänge der „Bläser“. Die Umgebung ist sicherlich gewöhnungsbedürftig und das Lagerfeuer ein Stück kleiner, allerdings zeigten uns die vielen Besucher, dass eine Lange Nacht nicht zwangsläufig am Bauwagen stattfinden muss. Ich denke der Umzug ist gelungen und weiteren Langen Nächte steht eigentlich nichts im Weg…


 

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