Volle Halle bei viertägiger Kirmes – Frischbörner Buben überzeugen beim Frühschoppen
Wölfersheim-Berstadt (sto). "Die Kirmes legt wieder zu", stellte am Samstagabend Rita Lember in der Mehrzweckhalle Berstadt fest. Als Garderobiere weiß sie, wovon sie spricht. Vom Betrieb in der Halle zeugten übervolle Kleiderständer. "Das war der beste Samstagabend der letzten 20 Jahre Berstädter Kirmes", resümierte am nächsten Morgen Manfred Koppe, Vorsitzender des Fördervereins des TV Berstadt.
Zu den Besuchern am Samstag gehörten auch Bürgermeister Rouven Kötter und sein Amtskollege Michael Pöhnlein aus Rödelmaier in der unterfränkischen Rhön. Pöhnlein und weitere Unterfranken waren in Begleitung der Stimmungsband "Osgarlich" gekommen, die bereits vor Jahresfrist Gast auf der Berstädter Kirmes gewesen war. Die Musik des Quartetts hatte man in guter Erinnerung, was zum Rekordbesuch beigetragen haben dürfte. Wie bei dem abschließenden Montagsfrühschoppen waren auch zahlreiche Gäste aus den Nachbarorten gekommen.
Das viertägige Spektakel hatte am Freitagnachmittag gegen 18 Uhr mit dem Umzug der Kirmesburschen und -mädchen durch das Dorf begonnen. Ihnen voraus marschierte das Blasorchester des TV Berstadt, hintendrein der Kirmesbaum, der vor der Mehrzweckhalle errichtet wurde, ehe Kötter und der Erste Beigeordnete Manfred Sauer das Fass anstachen. Im Saal verdichtete sich das Treiben erst spät am Abend. Gegen 23 Uhr mögen es rund 300 Jugendliche gewesen sein, die zur Musik von Unique Partycrew tanzten. Dem Rekordsamstag folgte am Sonntag der sogenannte Familientag. Nach dem Gottesdienst im Kirmessaal, den Ortspfarrerin Kerstin Tonn hielt, spielte ab 15 Uhr das TV Blasorchester. Während dort die Landfrauen Kaffee und Kuchen anboten, herrschte draußen auf dem Rummelplatz mit den beiden Karussells und vier Buden ebenfalls rege Betriebsamkeit: Angesichts von Besuchern aller Jahrgänge, wurde der "Familientag" seinem Namen vollkommen gerecht.
Der Montag wird seit mehreren Jahren durch den Umzug der Kirmesburschen und -mädchen durch die Berstädter Geschäftswelt eingeleitet. Nach dem Start am Fachmarkt Isterling, machte man zunächst bei Edeka Halt. Dort kredenzte Friedrich Pfeiffer Gulaschsuppe, Würstchen und Getränke. In der Filiale der Wetterauer Volksbank gab Peter Ulrich Schnäppschen aus.
Bei der Organisation des Frühschoppens, den unter anderem ein Wirt aus Ober-Mockstadt mit einer Freibierspende unterstützte, hatten die Organisatoren der Kirmes – die Vereinsgemeinschaft mit den Sängern, der Feuerwehr, den Fußballern und TVlern – ein glückliches Händchen gehabt. Erstmals spielte das Duo Frischbörner Bube auf. Mit Oldies, Schlagern, Schunkelliedern und Rockmusik begeisterten die beiden Musiker das Publikum, das in bester Stimmung war. In kleineren Pausen unterhielten Moderator Mac und seine "Spezialgäste" die Kirmesbesucher. Unter anderem wurde da der größte Bizeps gesucht. Im Literhalten am gestreckten Arm maßen sich die vier Vorsitzenden der VG-Vereine und der Kirmesbursch Tobias Keil. Zuerst musste TV Chefin Kathrin Storck das gefüllte Glas absetzen – womöglich sah sie aber auch keinen Sinn darin, ein Getränk zu halten, bis es abgestanden ist. Jedenfalls war sie die Erste, die den Humpen leeren durfte. Die beste Konstitution hatte indes Michael Käs (Feuerwehr). Auf ihn folgten Tobias Keil, Peter Erhart (Sänger) und Michael Kräh (Fußballer). Am Rande sei auch der stimmungsvolle Weinstand erwähnt, der dazu beigetragen haben dürfte, dass diesmal überraschend viel Wein getrunken wurde. Wer weiß: Vielleicht fällt der Fassbieranstich demnächst ja aus, und der Bürgermeister betätigt sich als Korkenzieher.

 

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am 12. Juli 2018: Presse 2018