Bei der Kirmesdisco und beim Tanzabend setzt sich der seit Jahren zu beobachtende Trend zum späten Beginn fort
Wölfersheim-Berstadt (sto). Ein kleiner Zug mit dem Blasorchester des Turnvereins an der Spitze, gefolgt von den Kirmesburschen und Kirmesmädchen, bewegte sich am Freitagnachmittag durch die Dorfstraßen mit dem Ziel Mehrzweckhalle. Dort angekommen, wurde die mitgebrachte Fichte aufgestellt. Und nach getaner Arbeit musste natürlich der Durst gelöscht werden - das Signal dazu gaben Bürgermeister Rouven Kötter und der Erste Beigeordnete Manfred Sauer: Einer schlug zweimal zu, der andere hielt das Fass fest. Ohne einen Spritzer zu vergeuden, floss bald das goldene Nass in die Gläser.
Inzwischen hatten auch die Schausteller ihre Buden und beiden Karussells geöffnet. Besonders belagert war sofort das Kinderkarussell.
Bei der folgenden "Disco Power 1 Night" setzte sich der Trend der letzten Jahre fort. Es wird immer später, bis die Besucher kommen. Die Vertreter der gastgebenden Vereinsgemeinschaft äußerten sich dennoch zufrieden über den Eröffnungstag. Auch am Samstagabend, als die Kapelle "Simply Good" die altersmäßig schon etwas Fortgeschrittenen ansprach, setzte der Andrang erst recht spät ein.
Der Sonntag blieb trocken, der Kirmesplatz war entsprechend bevölkert. Und in der Mehrzweckhalle waren die Tischreihen beim Familientag gut besetzt, während die Landfrauen Kaffee und Kuchen offerierten und das Blasorchester ein Konzert gab, ehe der Kirmestag in den frühen Abendstunden ausklang.
Den abschließenden Montag eröffneten die Kirmesburschen und -mädchen und Vertreter der Vereinsgemeinschaft mit ihrem obligatorischen Montagsmarsch durch die Straßen mit Verpflegungsstopps in den Kneipen und Geschäften. Ziel war einmal mehr die Mehrzweckhalle, in der das Musikduo "Einfach Dreist" und erste Besucher die Marschkolonne zum Frühschoppen erwarteten. Auch der wurde dem ersten Teil seines Namens nicht gerecht, aber am Nachmittag war die Bude bei bester Stimmung proppenvoll.


 

Mit Erstaunen lasen sicherlich einige WZ-Leser am Dienstag den Bericht über die Kirmes in Berstadt. Da stand doch glatt, dass am Samstagabend die Kapelle "Simply Good" gespielt habe. Und wer dort gewesen war, fragte sich vielleicht, wer da von beiden zu tief ins Glas geschaut hatte - er/sie oder der WZ-Berichter vor Ort. Die Antwort: Keiner von beiden!
"Simply Good" waren angekündigt, doch am Abend davor klingelte bei Michael Käs als Ansprechpartner das Telefon: "Einer liegt im Krankenhaus, können leider nicht kommen." Guter Rat war gefragt, und der kam kurzfristig in Form der Band "Celebration". Die machte ihre Sache bei der Kerb "simply good", und da unser pflichtbewusster Berichterstatter nichts von dem Wechsel erfahren hatte und weder die eine Combo noch die andere kannte, war's auch schon passiert.
Er selbst hatte freilich noch einen anderen - ebenso plausiblen - Grund parat: Direkt vom Frei-Weg-Showtanz sei er gekommen und noch völlig geblendet gewesen von den 200 schönen Frauen auf der Bühne der Wetterauhalle. (sto)
 
 
 
-Liter-Fass rollt auf nicht ganz legalen Wegen von der Kerb zur Kirmes - Auch dem Bürgermeister hat's geschmeckt
Wölfersheim-Berstadt (sto). Kerb war am Wochenende in Melbach und Kirmes in Berstadt - und in beiden Orten verkaufen sonntagnachmittags die Landfrauen Kaffee und Kuchen. Michael Kräh kam diesmal nach Melbach, aber weniger zum Essen als zum Schenken. Im letzten Jahr war der vollschlanke Berstädter just an jenem Tag spontan den dortigen Landfrauen beigetreten - mit dem Versprechen, heuer einen Kuchen anzuschleppen. Gleich danach war auch sein Kumpel Heinz Müller eingetreten.
Der Verband machte den Herren der Schöpfung einen Strich durch die Rechnung, doch der versprochene Kuchen blieb im Gespräch. So tauchten die beiden am frühen Sonntagnachmittag mit einer absolut gelungenen Schwarzwälderkirsch auf, die die Tafel bereicherte und immerhin einen knappen Zwanziger in die Kasse spülte.
Die Wohltäter aßen noch ein Stück Kuchen und genehmigten sich ein Bierchen, ehe sie sich unter bitteren Tränen angesichts des nicht genehmigten Beitritts zurückzogen.
Das Gefühl der Wehmut verflog freilich blitzartig, als sie vor dem Dorfgemeinschaftshaus am Getränkecontainer vorbeikamen...
Zeitsprung - 20 Stunden später in Berstadt: Beim Frühschoppen werden die Besucher inclusive Bürgermeister Rouven Kötter von einer Durchsage überrascht: "Die Freiwillige Feuerwehr Melbach hat 30 Liter Freibier gestiftet! " Dieser Gerstensaft soll besser geschmeckt haben als jeder andere Tropfen bei der Kirmes.
Mancher wird es schon ahnen: Die Tortenspender Kräh und Müller hatten bemerkt, dass der Melbacher Biervorrat weder hinter Schloss und Riegel noch unter Aufsicht war. Also hatten die beiden getauften Christen kurzerhand das siebte Gebot außer Kraft gesetzt und waren mit einem vollen 30-Liter-Fass in Berstadt angekommen.
Solch finstere Raubrittermethoden wollte der Vorsitzende der Berstädter Feuerwehr, Michael Käs, allerdings nicht decken - er bat den Bierlieferanten beider Festivitäten, den Melbachern eventuell fehlendes Leergut nicht in Rechnung zu stellen. Das vermutlich in Melbach nicht zu findende 30-Liter-Fass könne er leer in Berstadt bekommen.
Am Dienstagabend sollen mit Schlag- und Stichwaffen (vielleicht waren's auch nur Schirme gegen den Regen) die Vorsitzende der Melbacher Landfrauen, Elvira Schwarzmeier, und die Rechnerin der dortigen Feuerwehr Melbach, Heike Meiss, in Berstadt gesichtet worden sein. Vermutlich wollten sie den Herren Kräh und Müller für die Torte danken. Die beiden Bierdiebe waren jedoch nicht zu finden.
Ein Gerücht, das zeitweise die Runde machte, hat sich übrigens als echte Zeitungs-Ente herausgestellt, noch bevor es zu lesen war: Michael Kräh hat die Torte selbst gebacken und nicht den Berstädter Landfrauen bei der dortigen Kirmes abgekauft.
 
 

Letzte Aktualisierung