"Dorfspatzen" und ihre Freunde ernten nach der Prunksitzung jede Menge Lob für fünf Stunden Narretei
Wölfersheim-Berstadt (sto). Um 19.11 Uhr marschierte am Samstagabend unter vielstimmigem "Berstadt Helau" der Elferrat mit, seinem Sitzungspräsidenten Stephan Musch durch den Saal der Mehrzweckhalle auf die Narrenbühne und gab das Startzeichen zur Prunksitzung des Carnevalvereins "Die Dorfspatzen". Die Liste der Begrüßten war lang und beinhaltete auch Abordnungen des WKV Nieder-Weisel und des FC "Harmlos" aus Butzbach-Münster.
Die von Eva Weinelt betreute Garde des BCV eröffnete den fünfstündigen närrischen Reigen, der in jeder Beziehung die Erwartungen erfüllte. Der Vorstellung des Prinzenpaares Jordan I. und Juliana I. folgte der Showtanz der Kleinen Garde. Die von Melanie Häuser und Stina Betnakovic geleitete Gruppe gefiel mit tropischen Rhythmen. Als Anhänger des Dschingis Khan entpuppten sich die "Guten Jahrgänge" der Wohnbacher Landfrauen. Ihren Tanz hatte Evelyn Grenzebach einstudiert.
Das Geschehen der vergangenen Monate beleuchtete Stephan Musch als Protokoller. Von der Fußball-EM über die Olympiade bis hin zu Andrea Ypsilanti bog der "Protokoller" ins Berstädter Geschehen ein. Dort stolperte "nach toller Vorarbeit der Ortsvorsteher über ein paar Tausend Rindviecher", das allzu unchristliche Leben der Bauwagen-Clique nahm er aufs Korn, wusste von einem verschollen Golfclubvorstandsmitglied, einer verlorenen Gewichtswette oder einer Eseljagd zu berichten.
Die BCV-Garde sorgte dann wieder für leichte Kost bei ihrem Showtanz, bevor Janina Rieger aus Bellersheim Evergreens wie "Ein schöner Tag" oder "What ever will be" anstimmte und dafür mit viel Beifall belohnt wurde. Gleich drei Episoden in Serie brachten danach Olaf Warnke und Stephan Musch in der Bütt zu Gehör: der Jäger wurde "durchgekaut", eine Firmen-Weihnachtsfeier und die "Weihnachtsoffensive" von zwei Märkten im Industriegebiet. Mit Tanzmariechen Melanie Moll, die wegen der Klassenfahrt ihres Pendants Corinna Gottwals allein über die Bretter schwebte, endete der erste Teil. Exzellent startete die Berstädter Narretei in den zweiten Abschnitt. "Die drei Tenöre" aus Wenings lösten Klatschsalven bei ihren Gesangsdarbietungen mit schwingenden Körperbewegungen aus.
Eine feste Größe der Berstädter Fastnacht ist seit Jahren Steffen Fett. Sowohl als "Freudenmädchen aus dem Vogelsberg" wie auch als "Tanzmariechen" begeisterte er die Narren im Saal wie zuvor schon bei der Weibersitzung. Dazwischen setzten die "Blue Angels" der Wohnbacher Feuerwehr mit ihrem Showtanz einen bunten Tupfer, und Timo Stüber machte als "Mädchen aus Paris" einen Ausflug in die "Stadt der Liebe".
Die "Hofsänger" des BCV sind die "Berschdbacher". Die Gruppe begeisterte mit dem von Klaus Kötter und Horst Schmidt verfassten "Helau bis morgen Berstadt" und dem von Erich Storck komponierten "Spatzenlied".
Gesang und Wort verwebt seit Jahren geschickt Thorsten Fett. Auch am Samstag traf er als "Lisbeth" wieder den Geschmack der Besucher. Und das Männerballett aus Münster erntete für seinen "Raubzug der Wikinger" ebenfalls Beifallsstürme. Den Schlusspunkt setzte dann - vor dem großen Finale - die/der vom Fernsehen bekannte "Olga Orange".
Zum Finale der Kampagne laden die "Dorfspatzen" am kommenden Sonntag an gleicher Stelle ab 14.11 Uhr zur Kindersitzung mit buntem Treiben sowie am Aschermittwoch ab 17 Uhr in den "Berstädter Hof" zum Heringsessen ein.


 

...in und an der Mehrzweckhalle blicken die Berstädter zurück - zumal die neuen Kirmesburschen und -mädchen, 15 junge Leute zwischen 16 und 20 Jahren, auch neue Akzente setzten. Das Dorffest begann am Freitag mit dem Holen des Kirmesbaums, der zur Musik des TV-Blasorchesters durch die Dorfstraßen zum Kirmesplatz transportiert wurde. Manfred Sauer vom Gemeindevorstand stach das erste Fass Bier an (rechts) und musste trotz des kalten Wetters nicht lange zur ersten Kostprobe bitten. Recht gut besucht war schon die Disco am Eröffnungstag (links), noch erheblich mehr los war dann beim Tanz am Samstag mit der Kapelle "Simply Good". Die Steigerung setzte sich am Sonntag fort - nicht nur draußen auf dem Rummelplatz (Mitte). Zum Konzert des Blasorchesters und zu Kaffee und Kuchen der Landfrauen war der Saal bis auf den letzten Stuhl besetzt. Ebenso am Montag beim Frühschoppen mit den "Nixnutzen" (nach dem traditionellen Umzug durchs Dorf), bei dem noch am frühen Abend die Gäste ausgelassen auf den Bänken tanzten. (Text und Fotos: Storck)

 

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